MAXIM SCHUNK
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Aktuell31. Oktober 20265 Min. Lesezeit

Justice: GTA-VI-Score erscheint, „Pusher“ mit Gesaffelstein

Justice liefern den kompletten Score zu GTA VI: 30 Tracks am 11. Dezember, dazu „Pusher“ mit Gesaffelstein. Was bekannt ist und was das für die Szene heißt.

#Justice#Gesaffelstein#GTA VI#Ed Banger#Score#Electro

Symbolbild, KI-generiert
Symbolbild, KI-generiert

Rockstar Games und Justice haben am 29. Oktober 2026 das Score-Album zu „Grand Theft Auto VI“ angekündigt. „Grand Theft Auto VI: Original Score“ erscheint am 11. Dezember über Because Music, Ed Banger und Rockstar Games. Es enthält 30 Tracks und digitale Bonusstücke, zusammen rund drei Stunden Musik. Am selben Tag kam „Pusher“ heraus: ein Instrumental, für das sich Gaspard Augé und Xavier de Rosnay zum ersten Mal mit Gesaffelstein zusammengetan haben. Das Spiel selbst erscheint am 19. November für PlayStation 5 und Xbox Series X|S.

Ganz aus dem Nichts kam die Nachricht nicht. Schon am 15. Oktober hatte Rockstar das Pariser Duo im Launch-Trailer als Komponisten des Spiels vorgestellt. Unter dem Trailer lief „Flower in a Hurricane“, ein Justice-Track mit Tame Impala, SZA und King Gizzard & The Lizard Wizard. Der Song stieg in der Billboard-Chart vom 31. Oktober auf Platz 62 der Hot 100 ein. Neu ist jetzt, wie groß das Projekt ist: Justice haben nicht einen Titelsong geliefert, sondern die komplette Musik, die unter dem Spielgeschehen liegt.

Was steht auf dem GTA-VI-Score von Justice?

Bestätigt sind bisher Umfang, Formate und zwei Stücke. Das Album gibt es digital, als Doppel-CD und als Dreifach-LP, die LP in Schwarz und als limitierte durchsichtige Pressung. Vorbestellen kann man es seit dem Tag der Ankündigung. Laut Ankündigung haben Justice den Score in enger Zusammenarbeit mit Rockstar geschrieben. Die Musik reagiert dynamisch darauf, was im Spiel passiert und wie man sich im fiktiven Bundesstaat Leonida zu Menschen und Orten verhält.

Das ist der eigentlich interessante Punkt für alle, die selbst produzieren. Ein Spielscore ist kein Album, das von vorn nach hinten läuft. Er besteht aus Schichten, die je nach Situation ein- und ausgeblendet werden: eine ruhige Ebene für die Fahrt durch die Stadt, eine dichtere, sobald es eng wird. Wer so schreibt, denkt eher in Stems und Loops als in fertigen Arrangements. Für ein Album müssen solche Bausteine wieder zu hörbaren Stücken werden. Das dürfte auch die Laufzeit von drei Stunden erklären: Das Album ist eher ein Archiv der Spielmusik als eine kuratierte LP.

Score oder Soundtrack: zwei verschiedene GTA-VI-Alben

Leicht verwechselt man den Score mit einer zweiten Veröffentlichung. „Grand Theft Auto VI: The Album“ ist eine Compilation mit 34 neuen Songs, die Rockstar gemeinsam mit Atlantic Records zusammengestellt hat und die zum Spielstart erscheinen soll. Bekannt sind daraus bisher nur einige Namen, darunter Travis Scott, PinkPantheress, Fred again.. und der French-Touch-Veteran Étienne de Crécy. „Flower in a Hurricane“ steht auf dieser Compilation.

Der Unterschied ist mehr als eine Formalie. Songs auf einer Compilation oder im Spielradio werden lizenziert: Ein bestehender oder eigens geschriebener Track bekommt einen Platz, und die Rechte daran werden verhandelt. Ein Score ist Auftragskomposition. Er entsteht für das Spiel, nach dessen Szenen und Abläufen. Wie der Vertrag zwischen Justice und Rockstar aussieht, ist nicht öffentlich. Klar ist aber, wo die Rollen liegen: Justice sind hier keine Lieferanten einzelner Hits, sondern die Komponisten der ganzen Spielmusik.

Warum Rockstar auf elektronische Musik setzt

Die Wahl hat einen Vorläufer, und der führt nach Berlin. Den Score von „Grand Theft Auto V“ (2013) schrieben Tangerine Dream, der US-Komponist Woody Jackson und das Hip-Hop-Duo The Alchemist und Oh No. DJ Shadow mischte das Ganze ab. Die sequenzerlastige Klangsprache der Berliner Schule lag damit unter einem der meistverkauften Spiele überhaupt.

Mit Justice geht Rockstar den nächsten Schritt: weg vom Komponistenteam, hin zu einem einzelnen Act mit eigener Handschrift. Das Duo ist seit Mitte der Nullerjahre das Aushängeschild von Ed Banger. Ihr Durchbruch „We Are Your Friends“, die Neubearbeitung von Simians „Never Be Alone“, steht auch in unserer Liste der French-House-Platten. Ihr bislang letztes Studioalbum „Hyperdrama“ erschien 2024. Daraus gewann „Neverender“, die Zusammenarbeit mit Tame Impala, bei den Grammys 2025 die Kategorie Best Dance/Electronic Recording. Für ein Spiel, das in einer überzeichneten Version Floridas spielt, passt dieser Sound: verzerrte Synthesizer, Disco-Streicher, eine Neigung zum Bombast.

Wer ist Gesaffelstein, und was bringt „Pusher“?

Gesaffelstein heißt eigentlich Mike Lévy und stammt wie Justice aus Frankreich. Seine Wurzeln liegen im dunklen Techno und im Electro. Bekannt wurde er über den Underground hinaus, als er 2013 an Kanye Wests Album „Yeezus“ mitproduzierte. Seitdem pendelt er zwischen Clubmusik und Arbeiten für Popstars. Dass er und Justice bisher nie zusammengearbeitet hatten, überrascht fast. Beide teilen die Vorliebe für übersteuerte, metallische Sounds.

„Pusher“ ist ausdrücklich ein Instrumental und soll einen Eindruck von der Instrumentalseite des Scores geben. Beatportal beschreibt den Track als dunklen Electro und EBM, eingebettet in die typische Verzerrung von Justice. Für DJs ist das die relevantere Nachricht als der Popsong mit SZA. Wer das Spiel spielt, hört hier Musik, die näher am Club liegt als am Radio.

Was das für die Szene bedeutet

Für elektronische Acts sind große Spiele längst keine Nische mehr. Ein Platz im Spiel erreicht Menschen, die keine Playlist für Electro abonniert hätten und nie einen Club von innen sehen. Bei GTA hören sie die Musik nicht nur einmal, sondern immer wieder, verknüpft mit Orten und Situationen. Die Charts zeigen, was das bewirkt: „Flower in a Hurricane“ war schon vor dem Start des Spiels in den Hot 100.

Zwei Vorbehalte gehören dazu. Erstens ist bislang nur ein Bruchteil der Musik zu hören. Wie gut der Score als Album funktioniert, ohne das Spiel darunter, zeigt sich erst am 11. Dezember. Zweitens fällt so ein Auftrag nicht zufällig an. Rockstar hat für beide großen Scores etablierte Namen geholt. Für Produzenten ohne Namen bleibt der Weg in Spiele vorerst das Sync-Lizenzieren einzelner Tracks und nicht der Auftrag für einen ganzen Score.

Trotzdem ist die Verschiebung bemerkenswert: Die Musik zum wohl meisterwarteten Spiel des Jahrzehnts stammt von einem Duo aus der Pariser Clubszene. Ab dem 19. November läuft sie in sehr vielen Wohnzimmern.

Häufige Fragen

Wann erscheint der GTA-VI-Score von Justice?

„Grand Theft Auto VI: Original Score“ erscheint am 11. Dezember 2026 digital, als Doppel-CD und als Dreifach-LP über Because Music, Ed Banger und Rockstar Games. Angekündigt wurde das Album am 29. Oktober 2026.

Wie viele Tracks hat der Score?

30 Tracks plus digitale Bonusstücke, zusammen rund drei Stunden Musik.

Ist „Flower in a Hurricane“ auf dem Score?

Der Song mit Tame Impala, SZA und King Gizzard & The Lizard Wizard steht auf der separaten Compilation „Grand Theft Auto VI: The Album“, die zum Spielstart erscheinen soll.

Wer hat den Score von GTA V komponiert?

Tangerine Dream, Woody Jackson sowie The Alchemist und Oh No. Abgemischt hat ihn DJ Shadow.

Wann erscheint GTA VI?

Am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X|S.


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