MAXIM SCHUNK
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Aktuell25. September 20265 Min. Lesezeit

Marcel Dettmann kündigt Album „My Own Shadow“ auf !K7 an

Marcel Dettmann hat am 22. September 2026 „My Own Shadow: Album“ angekündigt: 19 Tracks, Release am 13. November auf !K7, sein erstes Album seit 2022.

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Symbolbild, KI-generiert
Symbolbild, KI-generiert

Marcel Dettmann veröffentlicht wieder ein Album. Am 22. September 2026 hat der Berliner DJ und Produzent „My Own Shadow: Album“ angekündigt: 19 Tracks, die am 13. November 2026 auf !K7 erscheinen, digital und als Doppel-LP. Der erste Track, „Resolution Vector“, ist bereits draußen. Es ist sein erstes Album seit „Fear of Programming“ von 2022, also seit vier Jahren. Für jemanden, der seit mehr als zwei Jahrzehnten für den Berliner Techno steht, ist ein Album kein Routinetermin. Das Interessante daran ist aber weniger der Termin als der Weg, auf dem dieses Album entstanden ist.

Was Marcel Dettmann angekündigt hat

Das Album trägt den Titel „My Own Shadow: Album“ und ist der bisherige Höhepunkt eines Projekts, das vor gut einem Jahr begonnen hat. Laut Ankündigung bewegen sich die 19 Stücke zwischen House, Techno, Electro, EBM und Ambient. Titel wie „Midnight Structure“, „Dark Surveillance“, „Gravitational Scar“ oder „Afterimage“ lassen eher an ein Hörstück denken als an eine Sammlung von Tools für die Peak Time. Erscheinen wird es digital, auf Bandcamp auch in 24 Bit, und als 2LP. Vorbestellen kannst du es bereits.

Dettmann selbst gibt keine Deutung vor. „Ich brauche niemanden, der das Album auf eine bestimmte Weise versteht“, sagt er in der Ankündigung. „Ich will nur, dass die Leute etwas fühlen. Was dieses Gefühl ist, kann für jeden etwas völlig anderes sein.“ Über seine Arbeitsweise erzählt er, er nehme manchmal einen einzigen Sound und forme ihn so lange um, bis daraus etwas ganz anderes geworden sei.

Was hinter „My Own Shadow“ steckt

Die Fachpresse nennt „My Own Shadow“ ein neues Alias, und Dettmann selbst sagt, ihm habe einfach die Idee gefallen, unter einem anderen Namen zu arbeiten. Die Veröffentlichungen erscheinen allerdings unter „Marcel Dettmann“, mit „My Own Shadow“ im Titel. Es ist also eher ein Projektname als eine zweite Identität. Dettmann hat das Projekt im September 2025 vorgestellt, mit der EP „My Own Shadow: Approaching“, die im November 2025 auf !K7 erschien. Fünf Tracks, darunter „DMT“ und „Timefold“, zwischen Techno und Ambient. Im Mai 2026 folgte die zweite EP, „Faultline“. Das Album ist nun der dritte und bislang größte Teil.

Die Idee dahinter hat Dettmann damals so beschrieben: Er wolle nicht mehr nur Tracks veröffentlichen und Clubsets spielen, sondern einen Raum schaffen, in dem all seine künstlerischen Ausdrucksformen zusammenkommen. Deshalb gehören Fotografie und bildende Kunst fest dazu. Das Artwork der ersten EP stammt aus seinen eigenen Fotos. Musikalisch nannte er als Bezugspunkte Depeche Mode, The Cure, frühen Post-Punk und Industrial. Das sind Einflüsse, die in seinen bisherigen Alben kaum so offen im Vordergrund standen. Zum Namen sagt er: „My Own Shadow ist keine andere Person. My Own Shadow bin ich, nur aus einer anderen Perspektive gesehen.“

Wer Marcel Dettmann ist

Dettmann wurde 1977 im thüringischen Pößneck geboren und gehört zu den Figuren, an denen man den Berliner Techno der 2000er-Jahre festmachen kann. Über viele Jahre arbeitete er bei Hard Wax, dem Plattenladen, über den ein großer Teil des Berliner Sounds in die Welt ging. Wie wichtig solche Läden für die Szene waren, zeigt unser Rückblick auf die Plattenläden, die den deutschen Techno verteilten. Dazu kommt seine Residency im Berghain, mit der sein Name bis heute verbunden ist.

Seine ersten beiden Soloalben, „Dettmann“ (2010) und „Dettmann II“ (2013), erschienen auf Ostgut Ton, dem Hauslabel des Berghain. Wie dieses Label zum Sprachrohr eines Clubs wurde, beschreiben wir in unserem Artikel über deutsche Labels, die den Techno-Sound prägten. 2022 folgte „Fear of Programming“ auf dem niederländischen Label Dekmantel. Mit MDR und später Bad Manners hat Dettmann außerdem eigene Labels gegründet. Außerhalb des Clubs hat er für Ballettproduktionen komponiert, Klanginstallationen für Galerien gebaut und Filmmusik geschrieben.

Warum das Album auf !K7 erscheint

Dass „My Own Shadow“ auf !K7 läuft und nicht auf einem der Labels, mit denen man Dettmann verbindet, ergibt Sinn. !K7 entstand Mitte der Achtziger in Berlin, maßgeblich um Horst Weidenmüller, zunächst als Produktionsfirma für Musikvideos. Der Name geht auf die Adresse Kaiserdamm 7 zurück. In den Neunzigern wurde !K7 mit elektronischer Musik groß und startete 1995 die Mixreihe DJ-Kicks. Anders als ein Clublabel war !K7 immer auch für Musik zwischen den Stühlen offen: Downtempo, Trip-Hop, Electronica, Künstleralben statt Maxis.

Das Label selbst hat gerade Umbrüche hinter sich. Weidenmüller starb im Februar 2025. Im Frühjahr 2025 übernahm die US-Firma Create Music Group das Unternehmen samt Label, Verlag und Management. Zum Deal gehörten auch das Label Strut und die DJ-Kicks-Reihe.

Was das Album für die Szene bedeutet

Von außen gilt „Berghain-Techno“ oft als ein Sound: dunkel, gerade, streng. Dettmanns Werdegang zeigt, wie vereinfacht dieses Bild ist. Seine Arbeit reicht seit jeher von Techno über Chicago House bis Electro und in avantgardistischere Richtungen. Das neue Album führt das weiter und holt Einflüsse aus EBM und Industrial deutlicher nach vorn als seine früheren Platten. Wer verstehen will, wo die Linie von EBM und Industrial zum heutigen Techno verläuft, findet sie in unserem Artikel zu Industrial Techno. Bei Dettmann ist sie jetzt auf einem Album zu hören.

Bemerkenswert ist auch die Form. Im Techno ist die EP bis heute das übliche Format, weil sie zur Arbeitsweise von DJs passt. Ein Album mit 19 Stücken, zwei EPs Vorlauf und eigener Bildsprache ist das Gegenmodell. Hier baut jemand über ein Jahr hinweg ein Werk auf, statt Tracks einzeln herauszugeben. Laut Ankündigung setzt das Album auf Rhythmus, Textur, Raum und Spannung, gespeist aus der Erfahrung auf dem Dancefloor. Dass einer der prägenden Berliner DJs dafür die große Form wählt statt der nächsten Club-EP, ist schon jetzt eine Aussage. Ob sie trägt, zeigt sich am 13. November.

Wann und wo du „My Own Shadow“ hören kannst

„My Own Shadow: Album“ erscheint am 13. November 2026 auf !K7, digital und als Doppel-LP. „Resolution Vector“ ist seit der Ankündigung auf den gängigen Plattformen zu hören. Die beiden EPs „Approaching“ und „Faultline“ sind ebenfalls erhältlich. Wer wissen will, wo das Projekt herkommt, sollte mit ihnen anfangen.

Häufige Fragen

Wann erscheint Marcel Dettmanns Album „My Own Shadow“?

„My Own Shadow: Album“ erscheint am 13. November 2026 auf !K7, digital und als Doppel-LP. Angekündigt wurde es am 22. September 2026 zusammen mit dem ersten Track „Resolution Vector“.

Ist My Own Shadow ein neues Pseudonym von Marcel Dettmann?

Ja und nein. Die Fachpresse spricht von einem Alias, und Dettmann sagt selbst, er habe unter einem anderen Namen arbeiten wollen. Veröffentlicht wird aber unter Marcel Dettmann, mit My Own Shadow im Titel. Vorgestellt hat er das Projekt, das Musik, Fotografie und bildende Kunst verbindet, im September 2025. Vor dem Album erschienen die EPs „Approaching“ (November 2025) und „Faultline“ (Mai 2026).

Welche Soloalben hat Marcel Dettmann bisher veröffentlicht?

Seine Soloalben sind „Dettmann“ (2010) und „Dettmann II“ (2013), beide auf Ostgut Ton, sowie „Fear of Programming“ (2022) auf Dekmantel. Dazu kommt das Kollaborationsalbum „Marcel Dettmann presents RAUCH“ (2017, A-TON). „My Own Shadow: Album“ ist sein erstes Album seit vier Jahren.


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