MAXIM SCHUNK
← Blog & Ratgeber
Karriere24. April 20267 Min. Lesezeit

Versicherungen für DJs: Was wirklich nötig ist — und was nicht

Ab dem ersten bezahlten Gig greift die private Haftpflicht nicht mehr. Welche Policen sinnvoll sind, welche Deckungssummen üblich sind und was sie kosten.

#DJ Versicherung#Berufshaftpflicht Musiker#Equipment Versicherung#DJ Equipment absichern

Der Irrtum, der teuer wird

Der am weitesten verbreitete Irrtum unter DJs lautet: Bei gelegentlichen Auftritten zahlt die private Haftpflicht. Das stimmt nicht. Ab dem Zeitpunkt, an dem du Entgelt erhältst, greift die Privathaftpflicht in der Regel nicht mehr.

Was in diese Lücke fällt, ist nicht theoretisch: Ein umkippender Lautsprecher, ein Gast, der über ein Kabel stolpert, ein beschädigter Mixer im Club, ein Kratzer im Parkett der Eventlocation. Personenschäden können sechsstellig werden.

Berufshaftpflicht: die eine Police, die nicht optional ist

Die Berufs- beziehungsweise Betriebshaftpflicht deckt Schäden, die du im Rahmen deiner Tätigkeit verursachst. Sie ist die Versicherung, bei der es keine sinnvolle Diskussion gibt.

Empfohlen wird eine Deckungssumme von mindestens drei Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden. Praktisch bieten die meisten Versicherer inzwischen ohnehin fünf Millionen Euro pauschal an, ohne dass der Beitrag nennenswert steigt.

Angebote für Musiker und DJs beginnen bei rund 100 Euro im Jahr. Gemessen an einer einzigen Gage ist das keine Größe, über die sich nachdenken lässt.

Worauf du beim Vergleich achten solltest

  • Mietsachschäden — Schäden an angemieteten Räumen und geliehenem Equipment. Für DJs zentral, weil im Club fremde Technik steht.
  • Tätigkeitsschäden — Schäden an Sachen, an denen du gerade arbeitest.
  • Auslandsdeckung — sobald du auch nur gelegentlich in den Niederlanden, Österreich oder der Schweiz spielst.
  • Auf- und Abbau — muss ausdrücklich mitversichert sein, denn dort passieren die meisten Schäden.

Equipment: die zweite sinnvolle Police

Die Hausratversicherung schützt im Wesentlichen zu Hause. Sobald dein Setup im Transporter liegt, im Proberaum steht oder im Club aufgebaut ist, greift sie in der Regel nicht.

Eine Equipment- oder Instrumentenversicherung bietet dagegen weltweiten Schutz rund um die Uhr, üblicherweise als Allgefahrendeckung: Unfallschäden, Diebstahl, Vandalismus. Angebote beginnen bei etwa 4,69 Euro im Monat, abhängig vom Wert des versicherten Bestands.

Der praktische Punkt dabei: Führe eine Inventarliste mit Seriennummern, Kaufdatum und Belegen. Im Schadensfall entscheidet sie darüber, wie schnell und wie vollständig reguliert wird.

Was meistens nicht nötig ist

Veranstalterhaftpflicht brauchst du nur, wenn du selbst Veranstalter bist — nicht, wenn du als gebuchter DJ auftrittst. Wer eigene Partys organisiert, ändert damit allerdings seine Rolle grundlegend.

Rechtsschutz ist Geschmackssache. Sinnvoll wird er, wenn regelmäßig größere Verträge und Gagen im Spiel sind.

Berufsunfähigkeit ist keine DJ-spezifische Police, aber für hauptberufliche Selbstständige die wirtschaftlich folgenreichste Absicherung überhaupt — und sie wird mit jedem Lebensjahr teurer.

Die Reihenfolge

  1. Berufshaftpflicht — vor dem ersten bezahlten Auftritt.
  2. Equipment-Versicherung — sobald das Setup einen nennenswerten Wert hat.
  3. Kranken- und Rentenabsicherung über die Künstlersozialkasse, sobald es hauptberuflich wird.

Was sonst zur sauberen Selbstständigkeit gehört, steht in Als DJ selbstständig machen.

Häufige Fragen

Zahlt meine private Haftpflicht bei DJ-Auftritten?

In der Regel nicht. Ab dem Zeitpunkt, an dem du ein Entgelt für den Auftritt erhältst, greift die private Haftpflichtversicherung normalerweise nicht mehr — auch bei gelegentlicher Tätigkeit.

Welche Deckungssumme sollte eine Berufshaftpflicht haben?

Empfohlen werden mindestens drei Millionen Euro pauschal für Personen- und Sachschäden. Die meisten Versicherer bieten inzwischen ohnehin fünf Millionen Euro als pauschale Deckungssumme an.

Was kostet eine Berufshaftpflicht für DJs?

Angebote für Musiker und DJs beginnen bei rund 100 Euro im Jahr. Der genaue Beitrag hängt von Deckungssumme, Umfang und der Art der Auftritte ab.

Reicht die Hausratversicherung für mein Equipment?

Nein. Die Hausratversicherung schützt im Wesentlichen in den eigenen vier Wänden. Eine Equipment- oder Instrumentenversicherung greift weltweit und rund um die Uhr, also auch im Transporter, im Proberaum und im Club.


Weitere Artikel