DJ-Vertrag und Rider: Was vor dem Auftritt schriftlich geklärt sein muss
Gage, Setzeiten, Technik, Ausfall und Anzahlung — die Punkte, an denen Auftritte scheitern, und wie ein Rider aussieht, den Veranstalter tatsächlich lesen.
Warum mündliche Absprachen reichen — bis sie es nicht tun
Die meisten Auftritte laufen ohne Vertrag problemlos. Interessant wird es an dem Abend, an dem der Veranstalter die Setzeit um zwei Stunden verlängern will, der versprochene zweite CDJ fehlt oder drei Tage vorher abgesagt wird.
Ein Vertrag ist kein Misstrauensbeweis. Er ist die Liste der Punkte, die sonst am Eventtag geklärt werden müssten — also zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt.
Der Vertrag: die Pflichtpunkte
- Parteien — wer bucht, wer tritt auf, mit vollständigen Adressen
- Datum, Ort, exakte Setzeiten — inklusive Aufbau- und Soundcheckzeit
- Gage und Zahlungsziel — Betrag, Fälligkeit, Zahlungsweg
- Fahrtkosten und Übernachtung — wer trägt was, und ab welcher Entfernung
- Technikstellung — was stellt der Veranstalter, was bringst du mit
- Ausfall und Storno — Staffelung nach Vorlauf, für beide Seiten
- GEMA — die Lizenz für die öffentliche Wiedergabe trägt der Veranstalter
- Bild- und Tonaufnahmen — ob mitgeschnitten und veröffentlicht werden darf
Die Stornoregelung, die fair ist
Eine gestaffelte Regelung ist branchenüblich und in beide Richtungen begründbar: Je näher am Termin abgesagt wird, desto schwieriger lässt sich der Abend anderweitig füllen.
Verbreitet ist eine Staffel wie: bis acht Wochen vorher kostenfrei, danach ein Teil der Gage, in den letzten zwei Wochen die volle Gage. Wichtig ist die Gegenseitigkeit — auch du solltest regeln, was passiert, wenn du kurzfristig ausfällst, etwa durch Krankheit oder eine Ersatzstellung.
Der Technical Rider
Der technische Rider ist eine Anlage zum Vertrag und beschreibt, was du zum Arbeiten brauchst:
- Player und Mixer — konkrete Modelle, nicht nur die Anzahl
- Verlinkung und Anschlüsse — welche Kabel, welche Formate
- Monitoring — Boothmonitor, Lautstärke, Position
- Booth — Höhe, Fläche, Stromversorgung, Beleuchtung des Arbeitsbereichs
- Soundcheck — wann und wie lange
Ein Rider, der auf eine Seite passt, wird gelesen. Einer über vier Seiten wird überflogen. Halte ihn kurz und markiere, was verhandelbar ist und was nicht.
Der Hospitality-Teil
Hier geht es nicht um Rockstar-Folklore, sondern um Arbeitsfähigkeit: Getränke am Platz, ein Rückzugsraum, Verpflegung bei langen Anfahrten, gegebenenfalls Übernachtung und Parkplatz. Wer um zwei Uhr nachts noch 200 Kilometer fährt, sollte vorher wissen, ob ein Zimmer bereitsteht.
Anzahlung: besonders bei Privatkunden
Bei Hochzeiten und privaten Feiern ist eine Anzahlung von zwanzig bis fünfzig Prozent bei Buchung üblich. Sie schützt dich vor kurzfristigen Absagen und den Kunden davor, dass ein Termin unverbindlich blockiert wird.
Wie du die Restzahlung sauber abrechnest, steht in Rechnung schreiben als DJ. Was Auftritte in Deutschland üblicherweise einbringen, steht in DJ-Gagen in Deutschland.
Der pragmatische Weg
Für den Clubgig um die Ecke reicht eine schriftliche Bestätigung per Mail, die Datum, Zeiten, Gage und Technik festhält. Für Festivals, Firmenkunden und alles ab einer vierstelligen Gage lohnt ein richtiger Vertrag.
Der Standard, an dem sich professionelle Bookings orientieren, steht im Press Kit — Anfragen an Maxim Schunk laufen über die Kontaktseite.
Häufige Fragen
Was gehört in einen DJ-Vertrag?
Vertragsparteien, Datum und Ort, exakte Setzeiten, Gage und Zahlungsziel, Regelungen zu Fahrtkosten und Übernachtung, Technikstellung, Ausfall- und Stornoregelung sowie die Frage, wer die GEMA-Lizenz für die Veranstaltung trägt.
Was ist ein Technical Rider?
Eine Anlage zum Vertrag, die die technischen Anforderungen beschreibt: benötigte Player und Mixer, Monitoring, Stromversorgung, Boothmaße und Anschlüsse. Er verhindert, dass am Eventtag improvisiert werden muss.
Sollte ich eine Anzahlung verlangen?
Bei privaten Veranstaltungen ist eine Anzahlung von zwanzig bis fünfzig Prozent bei Buchung üblich. Sie schützt dich vor kurzfristigen Absagen und den Kunden vor einem Ausfall ohne Ersatz.
Wer zahlt die GEMA-Gebühren beim Auftritt?
Die Lizenz für die öffentliche Wiedergabe trägt der Veranstalter. Es lohnt sich, das im Vertrag ausdrücklich festzuhalten, damit am Eventtag keine Diskussion entsteht.
Weitere Artikel
Booking
Booking-Agentur oder direkt buchen? Was für DJs wann Sinn ergibt
Booking
Maxim Schunk buchen: Der komplette DJ-Booking-Guide
Booking
DJ buchen in Deutschland: Der komplette Guide für Events
Karriere
Hochzeits-DJ werden: Gagen, Ablauf und was der Job wirklich verlangt
Business
GEMA für DJs: Welche Lizenz du wirklich brauchst
Ratgeber