MAXIM SCHUNK
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Karriere8. Mai 20268 Min. Lesezeit

Kleinunternehmerregelung für DJs und Musiker: Die Grenzen 2026

25.000 und 100.000 Euro — wie die neuen Schwellen funktionieren, wann sich der Verzicht lohnt und warum die zweite Grenze eine harte Kante ist.

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Was die Regelung überhaupt macht

Die Kleinunternehmerregelung nach §19 UStG befreit dich davon, Umsatzsteuer auszuweisen und abzuführen. Deine Rechnungen werden schlanker, die Voranmeldungen entfallen, und für private Kunden bist du effektiv günstiger.

Der Preis dafür: Du kannst keine Vorsteuer ziehen. Die Umsatzsteuer auf Controller, Kopfhörer, Laptop und Software bleibt bei dir hängen.

Die beiden Grenzen 2026

Seit dem 1. Januar 2025 und unverändert für 2026 gelten zwei Schwellen, die gleichzeitig erfüllt sein müssen:

  • 25.000 Euro Umsatz im vorangegangenen Kalenderjahr
  • 100.000 Euro Umsatz im laufenden Kalenderjahr

Wichtig ist eine Änderung, die leicht übersehen wird: Es handelt sich seit 2025 um Nettowerte. Früher war die damalige 22.000-Euro-Grenze ein Bruttowert.

Die harte Kante bei 100.000 Euro

Der entscheidende Unterschied zur alten Regelung: Die 100.000-Euro-Grenze ist keine Prognose, sondern eine harte Grenze. Wer sie im laufenden Jahr überschreitet, fällt sofort aus der Kleinunternehmerregelung heraus — und zwar bereits mit dem Umsatz, mit dem die Grenze gerissen wird. Dieser Umsatz ist nicht mehr steuerfrei.

Für DJs mit stark schwankenden Jahren ist das relevant. Ein außergewöhnlich starker Sommer mit Festivalgagen kann die Grenze schneller erreichen, als die Planung vom Januar vermuten ließ. Wer sich der Grenze nähert, sollte ab etwa 80.000 Euro monatlich mitrechnen.

Das Gründungsjahr

Im Jahr der Gründung gilt die 25.000-Euro-Grenze anteilig für die Monate, in denen du unternehmerisch tätig warst. Wer im Oktober startet, hat entsprechend weniger Spielraum als jemand, der im Januar beginnt.

Die 100.000-Euro-Grenze gilt dagegen in voller Höhe, auch im Startjahr — sie wird nicht anteilig gekürzt.

Wann sich der Verzicht lohnt

Du kannst freiwillig auf die Regelung verzichten. Das ergibt Sinn, wenn beides zutrifft:

Du planst größere Anschaffungen. Ein Setup für 8.000 Euro brutto enthält gut 1.200 Euro Umsatzsteuer, die du als Regelbesteuerer zurückholst.

Deine Auftraggeber sind vorsteuerabzugsberechtigt. Clubs, Agenturen und Firmen zieht die ausgewiesene Umsatzsteuer nicht ins Geld — sie holen sie sich zurück. Bei privaten Kunden wie Hochzeitspaaren ist es umgekehrt: Für sie wird deine Leistung schlicht teurer.

Der Verzicht bindet fünf Jahre. Das ist kein Schalter, den man jährlich umlegt.

Die EU-Regelung seit 2025

Seit dem 1. Januar 2025 gibt es erstmals eine EU-weite Kleinunternehmerregelung. Deutsche Kleinunternehmer können sich unter bestimmten Voraussetzungen auch in anderen EU-Staaten von der Umsatzsteuer befreien lassen und umgekehrt. Für DJs mit Auftritten in Österreich, den Niederlanden oder der Schweiz — letztere ist kein EU-Staat — lohnt der Blick ins Detail.

Praktisch heißt das

  1. Im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung die Regelung bewusst wählen oder abwählen.
  2. Auf Rechnungen den Hinweis auf §19 UStG setzen und keine Umsatzsteuer ausweisen.
  3. Umsätze laufend mitschreiben, nicht erst zum Jahresende.
  4. Bei Annäherung an 100.000 Euro rechtzeitig auf Regelbesteuerung umstellen.

Dieser Artikel ordnet ein und ersetzt keine Steuerberatung. Wie eine korrekte Rechnung aussieht, steht in Rechnung schreiben als DJ.

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Grenzen der Kleinunternehmerregelung 2026?

25.000 Euro Umsatz im Vorjahr und 100.000 Euro im laufenden Jahr. Beide Bedingungen müssen gleichzeitig erfüllt sein. Seit dem 1. Januar 2025 handelt es sich um Nettowerte.

Was passiert, wenn ich die 100.000 Euro überschreite?

Die 100.000-Euro-Grenze ist keine Prognose, sondern eine harte Grenze: Bereits der Umsatz, mit dem sie überschritten wird, ist nicht mehr steuerfrei. Ab diesem Moment fällst du aus der Regelung heraus.

Gelten die Grenzen im Gründungsjahr anders?

Ja. Im Gründungsjahr gilt die 25.000-Euro-Grenze anteilig für die Monate der Tätigkeit. Die 100.000-Euro-Grenze gilt dagegen in voller Höhe, nicht anteilig.

Lohnt sich der Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung?

Wenn du hohe Anschaffungen planst und überwiegend für vorsteuerabzugsberechtigte Auftraggeber arbeitest, kann der Verzicht sinnvoll sein, weil du dann Vorsteuer ziehen kannst. Bei privaten Kunden ist die Regelung meist der Vorteil. Der Verzicht bindet fünf Jahre.


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