BPM-Tabelle: Tempo aller wichtigen Genres im Überblick
Welches Genre läuft bei welchem Tempo — mit Übersicht, Erklärung zum halben und doppelten Tempo und praktischen Regeln, wie weit man ein Set verschieben darf.
Die Übersicht
Tempo allein bestimmt kein Genre — aber es hilft beim Einordnen, beim Sortieren der Bibliothek und beim Planen eines Sets. Die üblichen Bereiche, Stand 2026:
- Amapiano — 110 bis 115 BPM
- Hip-Hop und Halftime — 85 bis 100 BPM (rhythmisch verwandt mit 170 bis 200 im doppelten Tempo)
- Afro House — 120 bis 125 BPM
- Deep House — 118 bis 124 BPM
- Melodic House und Melodic Techno — 120 bis 126 BPM
- House und Tech House — 122 bis 128 BPM
- Progressive House — 124 bis 128 BPM
- Techno — 128 bis 145 BPM
- Trance — 132 bis 142 BPM
- Hard Techno — 145 bis 160 BPM, häufig bis 168
- Schranz — 150 bis 160 BPM und darüber
- Hardstyle — 150 bis 160 BPM
- Drum and Bass — 170 bis 175 BPM, meist 174
- Hardcore und verwandte Formen — ab 180 BPM aufwärts
Die Bereiche überlappen, und das ist kein Fehler der Tabelle: Ein Track bei 128 BPM kann House oder Techno sein. Was ihn zuordnet, ist der Aufbau, nicht die Zahl — siehe Genre-Übersicht.
Halbes und doppeltes Tempo
Der wichtigste Begriff für alle, die zwischen Genres wechseln wollen. Ein Drum-and-Bass-Track bei 174 BPM hat dieselbe rhythmische Grundlage wie ein Stück bei 87 BPM — nur das Schlagzeug arbeitet doppelt so schnell. Deshalb lässt sich Hip-Hop mit Drum and Bass verbinden, und deshalb erkennen manche Player ein Tempo doppelt oder halb so hoch, wie man es erwartet.
Praktisch heißt das: Zwischen zwei weit auseinanderliegenden Tempi gibt es oft eine Brücke, die kein Tempoproblem hat.
Wie weit man verschieben darf
Beim Anpassen von Tempi gelten Erfahrungswerte:
- Bis 3 Prozent — praktisch unhörbar. Der Bereich, in dem man normal arbeitet.
- 3 bis 6 Prozent — hörbar, aber vertretbar. Stimmen klingen leicht verändert.
- Über 6 Prozent — die Klangfarbe verschiebt sich deutlich. Nur bewusst einsetzen.
Bei drei Prozent auf 128 BPM sind das knapp vier BPM Spielraum — genug, um zwei Tracks aus benachbarten Genres zusammenzubringen. Moderne Player können die Tonhöhe beim Tempowechsel konstant halten, was den Spielraum vergrößert, aber bei starker Veränderung eigene Artefakte erzeugt.
Tempo über den Abend
Ein Set steigt selten gleichmäßig. Bewährt hat sich:
- Einstieg zwei bis vier BPM unter dem Zielbereich.
- Aufbau in kleinen Schritten, ein bis zwei BPM alle paar Tracks.
- Höhepunkt im oberen Bereich des Genres.
- Rücknahme gegen Ende — bewusst langsamer, nicht einfach aufhören.
Wichtiger als die Zahlen ist die Richtung. Ein Set, das durchgehend bei 140 läuft, wirkt nach einer Stunde flach; eines, das von 132 auf 142 wächst, trägt deutlich länger. Wie man das plant, steht in Das erste Clubset.
Warum die Skala insgesamt gestiegen ist
Was heute normal ist, war vor zehn Jahren schnell. Der Hard-Techno-Boom hat die gesamte Skala nach oben verschoben: In den 2010er Jahren galten 128 BPM als Standard, heute laufen viele Clubprogramme bei 140 und mehr. Vergleichbares gab es in den Neunzigern schon einmal, danach folgte eine langsame Gegenbewegung. Für die eigene Bibliothek heißt das: nach Tempo sortiert halten, damit man in beide Richtungen arbeitsfähig bleibt — siehe Musikbibliothek organisieren.
Häufige Fragen
Welches Genre hat welche BPM?
Grob: Amapiano 110 bis 115, House und Tech House 120 bis 128, Melodic House und Techno 120 bis 126, Techno 128 bis 145, Trance 132 bis 142, Hard Techno 145 bis 160 und darüber, Drum and Bass 170 bis 175.
Wie weit darf ich einen Track im Tempo verschieben?
Bis etwa drei Prozent bleibt es unauffällig. Bis sechs Prozent hört man es, es kann aber gewollt sein. Darüber verändert sich die Klangfarbe deutlich — vor allem Stimmen klingen dann unnatürlich.
Was bedeutet halbes und doppeltes Tempo?
Ein Track bei 174 BPM hat dieselbe rhythmische Grundlage wie einer bei 87 BPM. Deshalb lassen sich Genres mit sehr unterschiedlichem Tempo verbinden, wenn eines von beiden im halben oder doppelten Tempo gehört wird.
Warum steigt das Durchschnittstempo seit Jahren?
Der Hard-Techno-Boom hat die gesamte Skala nach oben verschoben. In den 2010er Jahren galten 128 BPM als Normalfall, heute sind 140 in vielen Clubs Standard. Solche Phasen gab es schon einmal, zuletzt in den Neunzigern.
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