Pad-Controller kaufen: Launchpad, Push, Maschine & Co.
Pad-Controller kaufen: Was Launchpad, Push, APC64 und Maschine unterscheidet, welche Pads und Anschlüsse zählen und welche Fehlkäufe häufig sind.

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Wer zum ersten Mal ein Live-Set von Producern sieht, die mit einem leuchtenden Raster aus Gummiknöpfen arbeiten, will so ein Ding meistens sofort haben. Ein paar Wochen später liegt es oft in der Schublade. Der Grund ist selten das Gerät, sondern die falsche Erwartung: Pad-Controller sind keine Instrumente mit eigenem Klang, und sie unterscheiden sich stärker voneinander, als es die Fotos vermuten lassen. Ein Launchpad, ein Push, ein APC64 und eine Maschine lösen vier verschiedene Aufgaben. Dieser Ratgeber erklärt, welche das sind, worauf es bei Pads und Anschlüssen ankommt und welche Geräte für welchen Arbeitsstil taugen.
Was ist ein Pad-Controller und was macht man damit?
Ein Pad-Controller ist ein MIDI-Controller ohne Klaviertastatur. Statt Tasten hat er gummierte, meist beleuchtete Felder, die beim Anschlagen MIDI-Noten oder Steuerbefehle an deine Software schicken. Den Klang erzeugt immer der Rechner oder ein angeschlossenes Gerät. Grob gibt es drei Bauformen:
- Grid-Controller mit 64 Pads im 8×8-Raster, etwa Launchpad, APC64 oder Push. Ihr Ursprung ist das Starten von Clips in der Session-Ansicht von Ableton Live: Jede Spalte ist eine Spur, jede Zeile eine Szene, die Pad-Farbe zeigt, was läuft.
- Beat-Controller im MPC-Stil mit 16 größeren Pads im 4×4-Raster, etwa Maschine oder Akais MPD-Serie. Sie sind fürs Fingerdrumming gebaut: Kick, Snare und Hi-Hats liegen unter den Fingern wie bei einer klassischen Sampling-Drum-Machine.
- Standalone-Geräte wie Push 3 in der Standalone-Version oder Ableton Move, die selbst Klang erzeugen und ohne Rechner laufen. Sie stehen an der Grenze zur Groovebox.
Die Frage vor dem Kauf ist also nicht, welcher Controller der beste ist, sondern: Willst du Clips live arrangieren, Beats mit den Fingern einspielen, Melodien in einer Skala spielen oder Hardware ohne Computer sequenzieren?
Launchpad, Push oder Maschine: welcher passt zu welcher DAW?
Die Software entscheidet mehr als die Hardware. Push ist Abletons eigener Controller und nur mit Ableton Live sinnvoll; dafür bildet er Live so tief ab wie kein anderes Gerät, mit Display, Encodern und eingebautem Audio-Interface. Push 3 gibt es als reinen Controller und als Standalone-Version mit eingebautem Rechner, der Controller lässt sich später mit einem Upgrade-Kit von Ableton nachrüsten. Preislich spielt Push allerdings in der Oberklasse.
Launchpads von Novation sind ebenfalls auf Live zugeschnitten, funktionieren aber als normales USB-MIDI-Gerät in jeder DAW. Der Note- und Scale-Modus steckt im Gerät selbst, du kannst also auch in FL Studio, Logic oder Bitwig in einer Tonart spielen, ohne falsche Töne zu treffen. Für FL Studio hat Novation Anfang Oktober 2026 außerdem eigene Grid-Controller namens FLpad und FLpad Mini angekündigt, die zusammen mit Image-Line entwickelt wurden.
Maschine von Native Instruments ist ein geschlossenes System: Hardware und Maschine-Software sind aufeinander abgestimmt, die Software läuft eigenständig oder als Plug-in in deiner DAW. Wer so arbeitet, bekommt einen sehr direkten Workflow aus Sampling, Pattern und Arrangement. Wer Maschine nur als MIDI-Controller für eine andere DAW nutzen will, verschenkt den größten Teil. Native Instruments ging im Januar 2026 in ein vorläufiges Insolvenzverfahren, im Mai 2026 unterzeichnete inMusic, zu dem auch Akai Professional gehört, den Vertrag zur Übernahme. Die Software wird weiter betrieben.
Akais APC64 ist wiederum für Ableton Live gedacht, ergänzt das Grid aber um acht Touch-Strips, ein Farbdisplay und einen Step-Sequenzer, der auch ohne Rechner läuft.
Anschlagdynamik und Aftertouch: worauf es bei den Pads ankommt
Das wichtigste Merkmal steht in keiner Überschrift der Produktseiten: wie sich die Pads spielen. Drei Punkte entscheiden darüber.
- Anschlagdynamik. Fast alle aktuellen Geräte messen, wie fest du triffst. Ältere oder sehr günstige Grid-Controller tun das nicht, dann ist jeder Schlag gleich laut. Für Clip-Launching egal, fürs Einspielen von Drums ein Ausschlusskriterium.
- Aftertouch. Er misst den Druck nach dem Anschlag. Kanalweiter Aftertouch liefert einen Wert für alle Pads, polyphoner Aftertouch einen pro Pad. Launchpad X, Launchpad Pro MK3, APC64 und Ableton Move bieten polyphonen Aftertouch, Push 3 geht mit MPE noch weiter und erkennt zusätzlich Fingerbewegungen auf dem Pad.
- Padgröße und Abstand. 16 große Pads verzeihen mehr als 64 kleine. Wer vor allem Drums einspielt, kommt mit einem 4×4-Feld oft schneller zurecht; wer Melodien in Skalen spielt, profitiert vom größeren Raster, weil mehrere Oktaven gleichzeitig unter die Finger passen.
Dass Drums über Pads lebendiger klingen als gezeichnete Noten, liegt an den kleinen Timing- und Velocity-Abweichungen beim Spielen. Wie du dasselbe auch per Maus erreichst, steht in unserem Ratgeber zu Groove und Swing.
Anschlüsse und Standalone: was später fehlt
Ein Fehlkauf, der in Foren immer wieder auftaucht: Der Controller funktioniert am Rechner, aber sobald ein Synthesizer oder ein Drumcomputer dazukommt, fehlt die Verbindung. Achte deshalb auf drei Dinge.
- MIDI-Buchsen. Launchpad X, Maschine Mikro MK3 und MPD218 senden nur über USB. Um damit Hardware zu steuern, brauchst du den Rechner oder einen USB-MIDI-Host als Zwischenstation. Launchpad Pro MK3 und APC64 haben MIDI-Ein- und Ausgänge als 3,5-Millimeter-Klinke; beim Launchpad Pro liegen Adapter auf die übliche DIN-Buchse bei.
- Eigener Sequenzer. Das Launchpad Pro MK3 hat einen Vier-Spur-Sequenzer mit 32 Schritten, der APC64 einen Acht-Spur-Sequenzer. Damit laufen Pattern auch ohne Laptop, etwa in einem reinen Hardware-Setup.
- CV/Gate. Für Modularsysteme und viele analoge Synthesizer ohne MIDI. Der APC64 hat acht CV/Gate-Ausgänge, die übrigen Geräte der Kaufliste keine; Push 3 kann über seine Pedalbuchsen bis zu vier CV-Signale ausgeben.
Die fünf weiter unten vorgestellten Controller bekommen ihren Strom über USB. Ohne Rechner sind davon nur Launchpad Pro MK3 und APC64 sinnvoll nutzbar, und zwar an einem USB-Netzteil; beim Launchpad Pro liegt eins bei.
Pad-Controller oder MIDI-Keyboard: brauchst du beides?
Viele kompakte Keyboards haben bereits acht oder sechzehn Pads. Für gelegentliche Drumspuren reicht das. Ein eigener Pad-Controller lohnt sich, wenn du Clips live startest, viel mit Fingerdrumming arbeitest oder lieber in Skalen als auf Klaviertasten spielst. Umgekehrt ersetzt ein Grid-Controller keine Tastatur, wenn du Akkorde nach Gehör suchst oder klassisch Klavier gelernt hast. Wie du die passende Tastatur findest, erklärt unsere Kaufberatung zum MIDI-Keyboard.
Fünf Pad-Controller und wofür sie taugen
Die folgenden Geräte decken die gängigen Arbeitsweisen ab. Push 3 fehlt in der Liste, weil er in einer eigenen Preisklasse spielt und vor allem über Ableton und den Fachhandel verkauft wird; wer ausschließlich in Live arbeitet und das Budget hat, sollte ihn sich trotzdem ansehen.
- Novation Launchpad X ist der naheliegende Einstieg für Ableton Live: 64 anschlagdynamische Pads mit polyphonem Aftertouch, Skalenmodus, Custom Modes. Ohne Rechner tut es allerdings nichts, und MIDI-Buchsen fehlen.
- Novation Launchpad Pro MK3 ist die Wahl, wenn neben dem Laptop Hardware steht. Sequenzer, Chord-Modus und MIDI-Ausgänge machen es zur Steuerzentrale. Ein Display gibt es nicht, alles wird über Pad-Farben angezeigt, was bei komplexen Pattern unübersichtlich wird.
- Akai APC64 spielt seine Stärken in Live-Sets mit Modularsystem aus. Die Touch-Strips sind praktisch, ersetzen aber keine echten Fader, und das Gerät braucht mehr Platz als ein Launchpad.
- Native Instruments Maschine Mikro MK3 eignet sich für Beatmaker, die Sampling und Pattern-Arbeit in einer Umgebung wollen. Der Haken ist die Bindung an die Maschine-Software.
- Akai MPD218 ist der einfachste und günstigste Weg zu MPC-artigen Pads in jeder DAW, mit Note Repeat und Full Level. Clip-Steuerung, RGB-Beleuchtung oder einen Sequenzer bietet er nicht.
Fazit
Ein Pad-Controller ist so gut wie die Software, mit der er spricht. Wer in Ableton Live arbeitet, landet bei Launchpad, APC64 oder Push; wer Beats aus Samples baut, bei Maschine oder einem MPC-artigen Pad-Feld; wer Hardware ohne Rechner steuern will, braucht MIDI-Ausgänge und einen eigenen Sequenzer. Wenn du diese Frage vor dem Kauf beantwortest, bleibt das leuchtende Raster nicht in der Schublade.
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- Für den Einstieg mit AbletonNovation Launchpad X
8×8-Grid mit anschlagdynamischen RGB-Pads und polyphonem Aftertouch, die naheliegende Wahl für Ableton Live.
- Note- und Scale-Modus funktionieren in jeder DAW
- Strom und Daten über ein USB-C-Kabel, kein Netzteil nötig
- Keine MIDI-Buchsen und kein eigener Sequenzer, ohne Rechner tut es nichts
- Für Hardware-SetupsNovation Launchpad Pro MK3
Grid-Controller mit Vier-Spur-Sequenzer, der auch ohne Computer Synthesizer und Drumcomputer steuert.
- MIDI-In, Out und Out/Thru als Miniklinke, Adapter auf DIN liegen bei
- Chord-Modus und acht frei belegbare Custom Modes
- Kein Display, Sequenzer-Einstellungen nur über Pad-Farben ablesbar
- Für Live-Sets mit ModularAkai Professional APC64
Ableton-Controller mit 64 Pads, acht Touch-Strips, Display und Step-Sequenzer mit CV-Ausgängen.
- Acht CV/Gate-Ausgänge für Modularsysteme und analoge Synths
- Touch-Strips statt Drehregler für Lautstärke und Parameter
- Breiter als ein Launchpad, und die Touch-Strips sind weniger präzise als echte Fader
- Für BeatmakerNative Instruments Maschine Mikro MK3
Kompakter 16-Pad-Controller für die Maschine-Software im Stil klassischer Beat-Sampler.
- Große Pads mit Smart Strip, Pad-, Keyboard-, Chord- und Step-Modus
- Die Maschine-Software läuft auch als Plug-in in anderen DAWs
- Ohne Maschine-Software stark eingeschränkt, keine MIDI-Buchsen
- Günstigster EinstiegAkai Professional MPD218
Schlichter Pad-Controller mit 16 MPC-Pads, Note Repeat und Full Level für jede DAW.
- Drei Pad-Bänke und sechs Regler in drei Bänken
- Einfache USB-MIDI-Klasse, läuft ohne Treiber
- Kein Grid, keine Clip-Steuerung, keine MIDI-Buchse
Häufige Fragen
Funktioniert ein Launchpad auch ohne Ableton Live?
Ja. Launchpads melden sich als normales USB-MIDI-Gerät an und senden Noten an jede DAW, etwa FL Studio, Logic, Bitwig oder Cubase. Den Note- und Scale-Modus erzeugt das Gerät selbst, er funktioniert also auch außerhalb von Live. Am tiefsten ist die Clip-Steuerung in Ableton Live eingebunden. Logic Pro mit seinen Live Loops und Bitwig unterstützen Launchpads aber ebenfalls als Clip-Raster mit Farbanzeige; in anderen DAWs bleibt meist nur das Spielen von Noten.
Was ist polyphoner Aftertouch?
Aftertouch meint den Druck, den du nach dem Anschlag noch auf ein Pad ausübst. Bei kanalweitem Aftertouch gibt es dafür nur einen Wert für alle gehaltenen Pads, bei polyphonem Aftertouch misst jedes Pad seinen Druck einzeln. So kannst du in einem gehaltenen Akkord einen einzelnen Ton lauter, heller oder wackeliger machen. Das lohnt sich vor allem für Flächen und Leads, für reine Drumprogrammierung spielt es kaum eine Rolle.
Brauche ich einen Pad-Controller, wenn ich schon ein MIDI-Keyboard mit Pads habe?
Meist nicht für Drums: Die acht oder sechzehn Pads eines Keyboards reichen zum Einspielen von Beats. Ein Grid-Controller lohnt sich erst, wenn du Clips live startest, in Skalen statt auf Klaviertasten spielen willst oder einen Hardware-Sequenzer ohne Rechner suchst. Dann ergänzt er das Keyboard, statt es zu ersetzen.
Kann ich mit einem Pad-Controller auflegen?
Eingeschränkt. Mit Ableton Live lassen sich Clips und Loops live kombinieren, was eher eine Liveperformance als ein DJ-Set ist. Für klassisches Auflegen mit Jogwheels, Pitchfader und Cue-Punkten sind DJ-Controller und DJ-Software gebaut; ein Grid-Controller kann dort höchstens als Zusatz für Samples oder Effekte dienen.
Was bedeutet MIDI-Ausgang über Miniklinke?
Viele kompakte Geräte haben statt der großen fünfpoligen DIN-Buchse eine 3,5-Millimeter-Klinke (TRS-MIDI). Das Signal ist dasselbe, du brauchst nur einen passenden Adapter auf DIN. Beim Launchpad Pro und beim APC64 liegen je drei solche Adapter bei. Achte bei Adaptern von Drittanbietern auf den Typ: Das Launchpad Pro MK3 nutzt Typ A, den 2018 standardisierten Typ. Manche Hersteller setzen noch auf Typ B, deren Adapter passen dann nicht.
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