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Equipment27. Oktober 20266 Min. Lesezeit

Schallplatten lagern: Regal, Hüllen und Plattentasche

Schallplatten richtig lagern: stehend oder liegend, welche Innen- und Außenhüllen taugen, was ein Regal tragen muss und welche Plattentasche zum Gig passt.

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Eine Schallplatte geht selten im Plattenspieler kaputt. Meistens passiert es im Regal: Sie lehnt monatelang schief im halbleeren Fach, liegt unter zwanzig anderen im Stapel, steht im Sommer neben der Heizung oder steckt in einer Hülle, die langsam mit ihr reagiert. Was man davon hört, ist kein Totalschaden, sondern ein leises Rauschen, ein Höhenschlag, ein Cover mit einem hellen Ring. Dieser Artikel erklärt, wie du Schallplatten so lagerst, dass das nicht passiert, welche Innen- und Außenhüllen etwas taugen, was ein Regal aushalten muss und worauf es bei der Plattentasche ankommt, wenn die Platten zum Gig mitkommen.

Schallplatten stehend oder liegend lagern?

Stehend. Das ist die eine Regel, bei der sich Sammler und Händler einig sind. Ein Stapel verteilt das Gewicht aller Platten auf die unterste, und über Wochen drückt sich jede Unebenheit im Cover in das Vinyl. Wer liegend lagert, findet die Verwerfungen meist erst, wenn die Nadel auf einer Seite hörbar auf und ab fährt.

Stehend heißt aber auch: senkrecht, nicht angelehnt. Ein halbleeres Fach, in dem die Platten schräg kippen, ist kaum besser als ein Stapel, weil der Druck dann einseitig auf die Kante wirkt. Das Fach sollte so voll sein, dass die Platten aufrecht stehen, aber nicht so voll, dass du sie herausziehen musst. Zu fest gepresst reiben Cover aneinander, und die Platte im Inneren drückt sich als Ring ins Cover, den sogenannten Ringwear. Wo ein Fach nicht voll wird, hilft eine Plattenstütze oder eine schwere Buchstütze am Ende der Reihe.

Wie warm und wo dürfen Schallplatten stehen?

Vinyl verformt sich bei Wärme. Gefährlich sind deshalb nicht nur Heizkörper, sondern auch direktes Sonnenlicht durchs Fenster, ein Regal über der Fußbodenheizung oder die Hutablage im Auto auf dem Rückweg vom Plattenladen. Genauso ungünstig sind starke Temperaturschwankungen, etwa in einem unbeheizten Dachboden oder einer Garage. Feuchte Keller sind das andere Extrem: Pappcover und Papierhüllen ziehen Feuchtigkeit, und Schimmel auf dem Cover ist schnell da und kaum wieder wegzubekommen. Der beste Platz ist unspektakulär: ein normales Wohnzimmer, eine Innenwand, kein Fenster direkt daneben.

Innenhüllen: Papier, Reispapier oder Kunststoff?

Viele Platten kommen bis heute in einer einfachen Papierinnenhülle. Die ist günstig, aber das Papier gibt Fasern ab, kann beim Herausziehen feine Kratzer auf der Oberfläche hinterlassen und lädt die Platte statisch auf, sodass sie Staub anzieht. Wer seine Platten einmal gründlich gereinigt hat, wie es die Anleitung zum Schallplatten reinigen beschreibt, steckt sie deshalb meist in eine neue Hülle statt in die alte.

Als Ersatz sind vor allem zwei Bauarten verbreitet:

  • Einlagige Hüllen aus HDPE, also dünnem, weichem Polyethylen ohne Papier. Sie geben keine Fasern ab, laden sich weniger auf und gleiten leicht.
  • Sogenannte Reispapierhüllen. Der Name ist irreführend: Gemeint sind meist mehrlagige Hüllen, bei denen Papier zwischen zwei Lagen aus HDPE sitzt. Das bekannteste Beispiel sind die Hüllen von Mobile Fidelity, die das Label seit Jahrzehnten selbst für seine Pressungen verwendet.

Ein praktischer Trick: Steck die Platte in der Innenhülle um 90 Grad gedreht ins Cover, sodass die Öffnung der Innenhülle nach oben zeigt und nicht zur offenen Kante des Covers. Dann kann die Platte nicht herausrutschen, und es kommt weniger Staub hinein.

Außenhüllen: warum PVC tabu ist

Eine Außenhülle schützt das Cover vor Abrieb, Staub und Kratzern im Regal. Entscheidend ist das Material. Hüllen aus Polypropylen (PP) sind klar und steif, Hüllen aus Polyethylen (PE) weicher und etwas trüber. Beide gelten als unbedenklich. Gemieden werden dagegen dicke PVC-Hüllen, wie sie früher verbreitet waren: Die Weichmacher darin können über die Jahre auswandern, besonders bei Wärme und Druck. Dann klebt die Hülle am Cover, und bei Platten, die direkt in der Hülle stecken, kann sich ein milchiger Belag auf dem Vinyl bilden, der sich kaum entfernen lässt.

Achte bei Außenhüllen auch aufs Maß. Ein 12-Zoll-Cover misst rund 31,5 Zentimeter, übliche Außenhüllen etwa 32,4 Zentimeter. Für Doppelalben und Klappcover gibt es eigene, weitere Hüllen. Und wer ein Cover mit noch intakter Schrumpffolie hat, sollte prüfen, ob die Folie das Cover spürbar zusammenzieht. Manche Sammler lagern die Platte in solchen Fällen außerhalb des Covers in der Außenhülle, damit die Spannung nicht auf das Vinyl drückt.

Welches Regal für Schallplatten?

Das wohl beliebteste Plattenregal in deutschen Wohnungen ist kein Plattenregal, sondern das Kallax von IKEA. Seine Fächer messen innen rund 33 mal 33 Zentimeter bei rund 39 Zentimetern Tiefe. Das reicht für LPs, wird mit Außenhüllen aber knapp, gerade bei dickeren Klappcovern. Probier es mit ein paar Platten aus, bevor du die ganze Sammlung umziehst.

Unterschätzt wird das Gewicht. Ein voll belegter, 80 Zentimeter breiter Regalboden mit 180-Gramm-Pressungen kommt schnell auf über zwanzig Kilogramm, ein einzelnes Kallax-Fach immerhin auf über zehn. Ein dünner Einlegeboden in einem Wandregal biegt sich unter dieser Last mit der Zeit durch, und ein hohes, schmales Regal kippt, wenn es nicht an der Wand befestigt ist. Fürs Plattenregal gilt deshalb: kurze Spannweiten, stabile Böden, Wandbefestigung. Tiefe Fächer mit Fachböden in Plattenhöhe sind einfachen Bücherregalen vorzuziehen, weil die Platten dort nicht über die Kante ragen.

Plattentasche oder Plattenkiste: Vinyl zum Gig transportieren

Wer mit Platten auflegt, lagert sie zweimal: zu Hause im Regal und unterwegs in der Tasche. Für den Transport gelten dieselben Regeln, nur verschärft. Die Platten müssen stramm und aufrecht stehen, damit sie im Auto nicht kippen. Ein halbleerer Koffer, in dem die Platten beim Bremsen von einer Seite zur anderen fallen, ist der schnellste Weg zu verbogenen Kanten. Füll Lücken mit leeren Covern oder Pappe auf. Und lass die Tasche im Sommer nicht im geparkten Auto liegen.

Bei der Wahl zwischen Softbag und Hartschalenkoffer geht es vor allem um Gewicht gegen Schutz. Eine gepolsterte Tasche ist handlicher und lässt sich über die Schulter tragen, wiegt aber je nach Modell leer ebenfalls einige Kilogramm. Ein Koffer aus Holz oder Aluminium schützt besser gegen Stöße, ist aber sperriger und meist noch schwerer. Rechne beim Fassungsvermögen ehrlich: Fünfzig LPs mit Hüllen wiegen schon ohne Tasche rund zehn Kilogramm, schwere Pressungen mehr. Wie du am Plattenspieler cuest und beatmatchst, erklärt der Guide Mit Vinyl auflegen lernen. Wenn die Platten draußen gespielt werden, kommen Wind und Hitze dazu; darum geht es im Artikel über Plattenspieler auf der Festivalbühne.

Welche Hüllen und Taschen sich wofür eignen

Die folgende Auswahl beruht auf Herstellerangaben und dem Stand der Fachdiskussion, nicht auf eigenen Tests. Sie deckt Innenhüllen, Außenhüllen und zwei Taschengrößen für den Transport ab. Plattenregale fehlen bewusst: Das wohl beliebteste stammt von IKEA und ist dort direkt erhältlich.

Fazit

Schallplatten richtig zu lagern kostet wenig und erfordert keine Spezialmöbel. Aufrecht, nicht schief, nicht zu eng, nicht zu warm, in einer Innenhülle, die keine Fasern abgibt, und einer Außenhülle ohne PVC. Das Regal muss das Gewicht tragen und an der Wand befestigt sein. Für den Weg zum Gig gilt dasselbe in einer gepolsterten Tasche, die voll genug ist, dass nichts rutscht. Wer das einmal sauber einrichtet, muss sich danach um seine Sammlung kaum noch Gedanken machen.

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Häufige Fragen

Darf man Schallplatten liegend lagern?

Kurzfristig schadet es nicht, auf Dauer schon. Im Stapel trägt die unterste Platte das Gewicht aller anderen, und über Wochen können sich Verwerfungen bilden. Platten gehören aufrecht ins Regal, möglichst senkrecht und nicht schief angelehnt.

Passen Schallplatten ins IKEA Kallax?

Ja. Die Fächer messen innen rund 33 mal 33 Zentimeter, ein LP-Cover rund 31,5 Zentimeter. Mit Außenhüllen und bei dicken Klappcovern wird es allerdings knapp, deshalb lohnt sich vor dem Umzug der Sammlung ein Test mit einigen Platten.

Sollte man die Schrumpffolie an Schallplatten entfernen?

Das ist unter Sammlern umstritten. Liegt die Folie stramm an und zieht das Cover zusammen, kann sie Druck auf die Platte ausüben. Manche entfernen sie deshalb, andere lagern die Platte in diesem Fall außerhalb des Covers in einer Außenhülle.

Welche Außenhüllen sind für Schallplatten geeignet?

Hüllen aus Polypropylen oder Polyethylen. Polypropylen ist klarer und steifer, Polyethylen weicher. Dicke PVC-Hüllen gelten als ungeeignet, weil Weichmacher auswandern und Cover sowie Vinyl angreifen können.

Wie viele Schallplatten passen in eine Plattentasche?

Das steht in der Modellbezeichnung meist schon drin, etwa 50 oder 100. Die Angaben sind aber Höchstwerte: Für einen Trolley, der als 100er-Modell verkauft wird, nennen Händler 90 bis 95 LPs. Plane bei dicken Klappcovern und Außenhüllen Reserve ein.


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