MAXIM SCHUNK
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Ratgeber21. Juli 20267 Min. Lesezeit

Kick und Bass abmischen: das Fundament jedes Clubtracks

Warum es unten matschig wird und wie man es löst — Sidechain, EQ-Aufteilung, Monosumme im Bass und die Frage, welches Element unten den Platz bekommt.

#Kick und Bass#Sidechain#Mixing#Low End

Das Problem in einem Satz

Kick und Bass wollen beide denselben Platz: den Bereich unterhalb von etwa 200 Hertz. Dort ist am wenigsten Raum und am meisten Energie. Wer beide unbearbeitet laufen lässt, bekommt Matsch — auf Kopfhörern noch erträglich, auf einer Clubanlage sofort hörbar.

Die Lösung ist immer dieselbe Idee: Trennung. Entweder zeitlich oder frequenziell, meist beides.

Zeitliche Trennung: Sidechain

Der Standardweg in House und Techno. Ein Kompressor auf dem Bass wird vom Kick ausgelöst: Bei jedem Schlag wird der Bass kurz abgesenkt und kommt danach zurück. Der Kick bekommt seinen Moment allein, der Bass füllt die Lücken.

Praktische Einstellungen als Ausgangspunkt:

  • Sehr kurze Ansprechzeit, damit die Absenkung sofort greift.
  • Rücklaufzeit passend zum Tempo — der Bass sollte zurück sein, bevor der nächste Kick kommt.
  • Absenkung um 3 bis 6 Dezibel. Mehr ergibt den bekannten pumpenden Effekt; ob der gewollt ist, entscheidet das Genre.

Wichtig: Sidechain ist ein Werkzeug zur Platzverteilung, kein Effekt. Wenn man ihn deutlich hört, ist er entweder zu stark eingestellt oder Teil der künstlerischen Absicht — beides sollte man wissen.

Frequenzielle Trennung: EQ

Die zweite Ebene. Man entscheidet, welches Element wo zu Hause ist:

  • Variante A — Kick unten: Der Kick behält den Bereich um 50 bis 60 Hertz, dem Bass wird darunter etwas weggenommen. Üblich im Techno, wo der Kick das Fundament trägt.
  • Variante B — Bass unten: Der Bass behält den tiefsten Bereich, der Kick wird darunter beschnitten und wirkt über den Anschlag bei 60 bis 100 Hertz. Üblich in Genres mit tragender Bassline.

Falsch ist keine der beiden. Falsch ist nur, sich nicht zu entscheiden.

Monosumme im Bass

Unterhalb von etwa 100 bis 120 Hertz gehört das Signal auf Mono. Stereobreite in diesem Bereich führt zu Auslöschungen, sobald eine Anlage auf Mono summiert — und viele Clubanlagen tun das im Bass. Der Track verliert dann genau den Druck, den man aufgebaut hat.

Die Reihenfolge beim Arbeiten

  1. Kick auswählen und einpegeln. Der Kick bestimmt alles danach.
  2. Bass dazu, allein mit dem Kick hören. Ohne alle anderen Elemente.
  3. Sidechain setzen, bis beide unterscheidbar sind.
  4. Mit EQ aufräumen — entscheiden, wer unten wohnt.
  5. Auf Mono prüfen. Verschwindet Energie, gibt es ein Phasenproblem.
  6. Erst dann den Rest hinzufügen.

Kontrolle

Der Bassbereich ist der Teil des Mixes, der auf Kopfhörern und kleinen Boxen am wenigsten verlässlich ist. Deshalb:

  • Auf mehreren Systemen hören — Kopfhörer, Monitore, Handy, Auto.
  • Pegel angleichen, wenn du mit fertigen Produktionen vergleichst. Sonst gewinnt immer die lautere.
  • Auf Mono schalten und prüfen, ob der Druck bleibt.
  • Pausen machen. Nach zwei Stunden ist das Gehör im Bassbereich unzuverlässig.

Warum das im Club so kritisch ist, zeigt die andere Seite: Auch beim Auflegen ist der häufigste Fehler zu viel Bass, siehe Übergangstechniken. Wie es im Mix weitergeht, steht in Mixdown-Grundlagen, der Schritt danach in Mastering.

Häufige Fragen

Warum klingt mein Bassbereich matschig?

Fast immer, weil Kick und Bass gleichzeitig denselben Frequenzbereich beanspruchen. Beide brauchen Platz — entweder zeitlich getrennt über Sidechain-Kompression oder frequenziell getrennt über EQ.

Was ist Sidechain-Kompression?

Ein Kompressor auf dem Bass, der vom Kick ausgelöst wird: Bei jedem Kick wird der Bass kurz leiser. Dadurch bekommt die Bassdrum ihren Moment, und der Bass füllt die Zeit dazwischen — im House und Techno der Standardweg.

Sollte der Bass in Mono sein?

Unterhalb von etwa 100 bis 120 Hertz ja. Tiefe Frequenzen in Stereo führen zu Auslöschungen auf Anlagen, die auf Mono summieren, und kosten Druck. Darüber darf und soll es breiter werden.

Wie laut sollten Kick und Bass sein?

Zusammen bilden sie den lautesten Teil des Tracks. Ein praktikabler Ansatz: Kick auf einen definierten Pegel setzen, Bass so einpegeln, dass die Summe beider nicht wesentlich lauter ist als der Kick allein.


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